Die Denunziation, eine Meisterin aus Deutschland!

Unter Denunziation (Anzeige/Meldung machen) versteht man die häufig anonyme Beschuldigung einer Person hinter deren Rücken durch jemanden, dessen Dienst- oder Rechtspflicht das Erstatten einer Anzeige nicht ist.
Im ethischen Sinn wird allgemein von Denunziation gesprochen, wenn in einem nicht freiheitlichen System Menschen bei staatlichen Vollzugsbehörden angezeigt werden, obwohl dem Anzeigenden klar sein muss, dass er sie damit der Gefahr der politisch motivierten Verfolgung aussetzt.
Eine Denunziation unter Kindern oder Schülern wird umgangssprachlich als Petzen bezeichnet.


Die erste Blütezeit der Denunziation (wenn man den Chronisten glauben kann) fand in Deutschland während der Hexenverfolgungsprozesse statt, und ist seit dem in den Köpfen des Durchschnittsdeutschen verankert/verwurzelt.
Der letzte Scheiterhaufen soll in Deutschland erst 1775 erloschen sein.

Ausgangspunkt (wie fast alles im Mittelalter) waren die Ketzer der römisch katholischen Kirche, die durch falsche Anschuldigungen das Volk (Missionarisierung) gefügig machen wollten. (Gleichschaltung)

Bevor hauptsächlich Frauen als "Hexen" verurteilt wurden, und diese durch Folter zu Geständnissen erpresst, wurde diese Praxis gegen Juden und Moslems ausgeübt. Weil das hervorragend funktionierte(gemeinsam gegen Andersgläubige), wurde dies auf das eigene Volk übertragen.

Das Grundprinzip dieser barbarischen Rechtsanwendung: "Jeder darf jeden beschuldigen, und die Beschuldigten müssen ihre Unschuld beweisen!"

Nach den internationalen Menschenrechten gilt aber der Grundsatz: "Jeder gilt so lange als unschuldig, solange ihm die Schuld, die ihm vorgeworfen wird, nicht nachgewiesen werden kann!"

Schauen wir uns unsere Rechtspraktiken an, dann stellen wir fest, ob Mittelalter, Kaiserreich, Weimarer Rebublik, III.-Reich, DDR, oder derzeit die Kapitaldiktatur, es gibt zwar keine öffentlichen Scheiterhaufen mehr, an der gängigen Praxis hingegen hat sich jedoch nichts geändert.

Noch immer müssen in Deutschland Menschen, die sich keinen Anwalt leisten können, und über keinerlei gesellschaftlicher Einflüsse verfügen, ihre Unschuld beweisen; und werden bei Polizeiverhören (auch ohne Anwalt) zu Geständnissen gefoltert. (Psychoterror)
In dubio pro reo (Im Zweifel für den Angeklagten) bleibt dabei auf der Strecke.

Natürlich haben wir in unserer Gesetzgebung ein wirksames Gegenmittel, um diesem Denunzierertum zu begegnen, in Form von Verleumdung-, üble Nachrede-, Beleidigungsgesetzen,-
doch auch hier werden diese eindeutig ausgelegten Gesetze verdreht und missbraucht, weil die Menschen, welche die Wahrheit öffentlich aussprechen, als "Verleumder" bezeichnet werden. Ziel der Obrigkeit ist es, damals wie heute, die Verfehlungen und Verbrechen der Herrschenden Klasse zu schützen, statt internationales Menschenrecht.

Die feigen Denunzianten gehen in aller Regel straffrei aus, obwohl sie eindeutig gegen diese Gesetze verstossen. Es sei denn, sie haben Juristen, Politiker, Wirtschaftsbosse; ohne Grund angezeigt, dann schlägt man liebend gerne von oben nach unten mit dem vorhandenem Gesetz zu.

Und wenn wir genau überlegen, diese Printmedien, allen voran die Talkshows, wo Mobbing ohne Ende betrieben wird; kein Wunder, das der Zulauf dort so gross ist.
Denunzieren, sich genüsslich in den Fernsehsessel zurück lehnen, dabei eine Tüte Chips futtern, ist in Deutschland Volkssport. Statt gegen die Verursacher dort oben gemeinsam vorzugehen, damit es allen gut gehen könnte, kennt der geistig primitive Durchschnittsdeutsche nur ein Konkurrenzdenken. Sich gegenseitig ausstechen und fertig machen, bei gleichzeitiger Schleimerei, unter dem Motto: "Mal sehen wer als längstes seinen Arbeitsplatz behält, seine Wohnung, seine Freiheit!"